Die Überfahrt von Bonaire nach San Blas – von einem Paradies zum nächsten Paradies

Um nach San Blas los zu segeln, haben wir drei Wochen in Bonaire und Curacao auf ein ideales Wetterfenster gewartet. Vom Januar bis April weht im Karibischen Meer ein guter Passat. Vor allem vor der Küste Kolumbiens gibt es die berüchtigte Waschmaschine mit Sturm, grossen Wellen und Kreuzsee. Dies kommt zustande durch den starken Passat am Kap und den Fallwinden von der Küste. Insider raten einen guten Abstand von der Küste zu nehmen und bei den Vorhersagen mindestens 10 Knoten zu addieren. Als die Wind Prognosen gegen 20 Knoten runter kamen starteten wir. Als wir aus dem Schatten von der Insel Curacao kamen, nahmen Wind und Wellen zu. Die seitlichen Wellen haben das Leben an Bord ungemütlich gemacht und nicht alle haben sich wohl gefühlt :-(. In der Nacht nahm der Wind bis 35 Knoten zu. Wir waren alle gut geschüttelt. Geschlafen haben wir nicht all zu viel.  Wir segelten 50 sm von der kolumbianischen Peninsula de la Guajira. Am nächsten Tag war alles ruhiger, nur noch 15-25 Knoten Wind und deutlich weniger Wellen. Bevor wir direkten Kurs nach San Blas nahmen passierten wir Santa Marta und Cartagena je mit 120sm Abstand. Da draussen half uns noch die Strömung mit bis zu 4 Knoten :=).
Kolumbien Kueste Stroemungen

Der Wind liess immer mehr nach je näher wir den San Blas Inseln kamen. Wir konnten es kaum erwarten an zu kommen. Abgesehen vom ersten Tag war es eine angenehme Überfahrt. Es hat sich gelohnt so lange auf das passende Wetterfenster zu warten. Unsere Freunde von der SY Pelizeno, die früher losgesegelt waren, haben uns später erzählt, dass sie Böenspitzen bis 50kn und riesige brechende Wellen hatten, die ihnen das Cockpit füllten. Auch die Kinder waren erfreut über die angenehme Überfahrt. Sie durften Schule machen:=). Nael lernte die ersten Buchtstaben und Ilian machte Schwingübungen. Die Bücher mit dem abwaschbaren Stift sind dafür genial.
Nael Ilian

Als wir am frühen Morgen die San Blas Inseln entdeckten, meinten wir es seien schwimmende Palmenwälder. Die Inseln sehen so aus wie in den Filmen, wo sich die Schiffbrüchige retten konnten: ein kleiner Sandhaufen mit ein paar Palmen. Einfach wie im Paradies.
San Blas El Porvenir

Als wir in Porvenir vor Anker gingen, kam auch schon eine Familie im kleinen Ruderboot zu uns und half uns beim Einklarieren. Sie zeigten uns dann auch ihre Insel, Nalunega, mit ihrem Dorf.
San Blas Naluega

Ein Haus steht neben dem anderen auf der kleinen Insel. Sie kochen gemeinsam und jeweils am Abend treffen sich alle im Congreso um den Tag zu besprechen. Die Nacht verbringen sie in der Hängematte. Viele arbeiten auf dem nahen Festland, auch die Nahrungsmittel und das Trinkwasser kommen von dort. Es gibt jedoch auch ein Wasserloch mit Süsswasser in der Mitte der Insel. Es hat uns beeindruckt, wie die Kunas hier als Gemeinschaft zusammenleben und ihre Traditionen pflegen. So wurde auch vor kurzen der Tourismus weiter eingeschränkt. Hier in Porvenir konnte auch unser Backpacker Momo wieder seine eigenen Wege gehen. Er segelte seit Grenada mit uns. Scheinbar gibt es keine Strasse zwischen Nord- und Südamerika und die Backpacker nehmen den Wasserweg um den Dschungel von Panama zu umfahren. Wir haben auch ein paar solche Segelschiffe gesehen, die 15 Leute an Bord hatten…
San Blas Chichime

Wir segelten noch zur Insel Chichime und Cayo Holands. Dort trafen wir unsere Freunde von Pelizeno, Raftkin und La Cigale. Wir genossen noch einmal so richtig den schönen Sandstrand mit dem glasklaren Wasser. Alle acht Kinder spielten zusammen am Strand und die Erwachsenen diskutierten über die nächsten Pläne oder die vergangenen Abenteuer.
San Blas Chichime

Die Neuseeländer hatten auch noch eine kleine Segeljolle dabei, wo Lukas mit den Buben ein paar Runden drehen konnte.
San Blas Segeljolle

Die San Blas Inseln werden uns in bester Erinnerung bleiben als einer der schönsten Orte auf unserer Reise. Es war einfach entspannt, ruhig und Natur pur.

Der ganze Archipel besteht aus 365 kleinen Inseln, aber nur 50 sind bewohnt.  Segeln in dieser Region ist nicht ganz einfach, da es viele Korallenriffe gibt. Die elektronischen Karten zeigen nicht alle Details, aber mit dem Buch von Eric Bauhaus „The Panama Cruising Guide“ geht man seinen Wegpunkten nach und segelt nach Sicht. Meistens fährt man unter Motor, ausser dieser eine Neuseeländer, der unter Segel den Wegpunkten gefolgt war, dann gegen den Wind gekonnt das Boot zum stehen brachte, die Segel barg und gleichzeitig den Anker runter liess. Es stellte sich heraus, dass dies der 3-fache Weltmeister im Match Race, Adam Minoprio mit seiner Verlobten und seinen Eltern, war.
San Blas kleine Insel

Nach dem Paradies kommt nun der berühmte Panamakanal. Schauen wir wann wir einen Termin bekommen…

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