Einklarieren in Cherbourg

Ausgerechnet jetzt installierte sich ein Hochdruckgebiet über England und brachte Ostwind in der Ärmelkanal. Ausgerechnet jetzt wo wir Richtung Osten nach Le Havre fahren wollten. Eigentlich hatten wir uns schon seit längerer Zeit auf diesen Abschnitt gefreut, um endlich mal die Vorwind-Eigenschaften von unserem Schiff kennen zu lernen. Aber eben, laut Murphy kommt beim Fahrtensegeln der Wind immer von vorne :=) Eric und Andrea haben trotzdem immer gelacht.
Erik Andrea

Anfänglich kam der Wind noch nördlich und wir konnten von Alderney her das Cap de la Hague in einem Schlag anlegen. Natürlich sah das lange nicht danach aus. Aber je näher wir zur Französischen Küste kamen, desto stärker versetzte uns die Strömung ins Luv, bis zu 4 Knoten. So erreichte unsere Bajka am Wind 10 Knoten über Grund.
Nach Cherbourg

Ohne Navigationsmittel würde man sagen, dass man sicher noch einmal wenden muss, aber das Tablet zeigte, dass es ohne Wende um den Leuchtturm geht. Da die Strömung aber nach dem Leuchtturm um 90 Grad drehte und wir nichts riskieren wollten machten wir einen kurzen Holeschlag :=).

Am Abend kamen wir in Cherbourg an. Ein Fährhafen mit Vor-Hafen und Vor-Vor-Hafen. Hier werden auch die bekannten Aluyachten von Allures und Garcia gebaut. Gegenüber von uns waren zwei solche Schiffe unter Schweizerflagge. Ernst und Margrit zeigten uns ihre brandneue Garcia 45. Ein Traum für Blauwassersegler. Sie erzählten uns auch von ihren Segelzeiten als die Kinder noch klein waren und von ihren neusten Projekt auf www.kamastern.ch.

Am nächsten Tag waren über 20 Knoten Ostwind angesagt und wir entschieden uns einen Tag in Cherbourg zu bleiben. Sowieso wollten wir noch die Zollformalitäten beim Wiedereintritt in die EU machen und einkaufen. Aber schon am Morgen, als wir ein Baguette kaufen wollten, hiess es: “C’est fermé, c’est le quinze Août…”. Nicht einmal die versprochene Glace konnten wir für die Kinder finden.

Immerhin waren schon 4 Zollbeamte bei unserem Steg als wir zurück kamen. Statt das Zollgebäude irgendwo in der Stadt zu suchen, kamen die Beamten zu uns. So praktisch :-). Wir haben sie auf das Schiff eingeladen. Sie waren sehr nett, schauten sich unsere Bajka genau an und gaben uns das Protokoll. Ab heute darf unser Schiff 18 Monate in der EU bleiben.

Categories: Blog

Tagged as: ,